JT 2017

Unsere Glocke

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Die Glocke

glockeDie große Glocke im Hof unseres St. Michaels- Zentrums hat eine interessante Geschichte!

Von  1921 bis 2003 war sie die größte von vier Glocken in der evangelischen St. Bartholomäus- kirche in Rothenstadt und wurde, nachdem die Glocken durch neue Bronzeglocken ersetzt werden mussten, von der dortigen evangeli- schen Pfarrgemeinde unserem Haus geschenkt.

Ein Sachverständigengutachten hat 1994 die Auswechslung der durch Rost und Korrosion angegriffenen Stahlglocken empfohlen. Die Lebensdauer von Stahlglocken beträgt maximal 80 Jahre, wogegen Bronzeglocken 400 bis 500 Jahre alt werden können. Weil diese Glocken nicht als Kanonenmaterial für den Zweiten Weltkrieg brauchbar waren, ist ihnen auch das Schicksal der meisten Kirchenglocken in Deutschland erspart geblieben.

Nach zehnjährigem Spendensammeln und großherzigen Einzelspenden konnten die Gesamtkosten für Guss und Einbau der neuen Glocken in Höhe von rund 80 000 € endlich aufgebracht werden, so dass die vier neuen Bronzeglocken unter Beteiligung vom Posaunenchor und von zahlreichen Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde Rothen- stadt am 25. Juli 2003 in der Glockengießerei Perner in Passau gegossen werden konnten.

Nun aber zurück zu „unserer Glocke“ und deren Geschichte:

Nachdem die Bronzeglocken in der evangelischen St. Bartholomäuskirche in Rothenstadt im Ersten Weltkrieg abgenommen, zum Einschmelzen als Kanonenmaterial verwendet wurden und nur das kleine Sterbeglöcklein zurückgelassen worden war, trat drei Jahre nach Beendigung des Krieges ein großherziger Spender aus Amerika auf, der ein gesamtes Geläute gestiftet hat. Die vier Glocken aus Klangstahl wurden 1921 in Bochum gegossen. Gestiftet hat sie ein John Henry Meyer aus New York. Für ihn wurde bereits 1911 im Alterraum der Kirche St. Bartholomäus eine Gedenktafel angebracht, weil nur durch seinen Geldzuschuss in Höhe von über 4000 Goldmark die Auflösung des 250 Jahre dauernden Simultaneums in Rothenstadt ermöglicht wurde.

John Henry Meyer – ein Wohltäter der Kirche St. Bartholomäus in Rothenstadt

Nachdem über seine Person nach fast 100 Jahren kaum noch etwas bekannt sein dürfte, soll seine Spendenleistung in einem kurzen Nachruf gewürdigt werden:

Johann Heinrich Meyer wurde als Sohn des evangelischen Lehrers Gottlieb Meyer in Etzenricht geboren. Zwei Söhne des Gottlieb Meyer, der später in Würzburg gestorben ist, wanderten nach Amerika und England aus.  

Johann Heinrich heiratete eine Engländerin und nannte sich „John Henry“! Nach 24 Jahren Aufenthalt in England siedelte er – von den dortigen Verhältnissen schwer enttäuscht – mit seiner Frau nach Amerika über und versuchte sich überaus erfolgreich in der Geschäftswelt und Industrie, so dass er in acht Fabriken - nach eigenen Angaben – im Jahr 1914 schon über 1,6 Mill. Goldmark an Lohnkosten auszahlte. Residiert hat er im Vanderbilt Hotel in New York. Er war ein glühender Patriot seines „lieben Deutschen Vaterlandes“, war stolz darauf, „dass seine Bluts-Verwandten im Ersten Weltkrieg für das Vaterland kämpften“ und unterstützte Witwen und Waisen in Deutschland nach Kräften.

Bereits 1909 und 1910 spendete er insgesamt 4000 Goldmark der evangelischen Pfarrgemeinde Rothenstadt, damit diese die Bartholomäuskirche bei der Auflösung des Simultaneums, das heißt, der gemeinsamen Nutzung der Kirche durch Protestanten und Katholiken, in den alleinigen Besitz bringen konnte. Aber auch zum Bau der katholischen Kirche in Etzenricht hat er mit einer Spende von 500 Goldmark beigetragen.

Sein ganzer Stolz war sein einziger Sohn Hans Frederik! Als zum Ende des Ersten Weltkrieges die USA in den Krieg eingegriffen haben, musste dieser gegen das geliebte Heimatland seines Vaters kämpfen und verlor sein Leben.

John Henry Meyer bezahlte, als ehemaliger Etzenrichter, das imposante Kriegerdenkmal aus Flossenbürger Granit „auf dem Plan“ in Etzenricht und sprach den Wunsch aus, der Name seines Sohnes möge darauf  erwähnt werden. Das Etzenrichter Komitee für das Denkmal hatte Bedenken, da Meyer doch Amerikaner war – die gegen Deutschland kämpften. Das hat John Henry Meyer anscheinend so verärgert, dass er seine Gunst der evangelischen Pfarrgemeinde Rothenstadt zuwandte und für die Bartholomäuskirche 1921 vier Kirchenglocken aus Klangstahl in den Tönen ES, G, B und C mit einem Gesamtgewicht von etwa 4000 kg  und einem Wert von 3000 Goldmark gestiftet hat.

Auf der größten Glocke, der Friedensglocke, die heute im Hof des St. Michelszentrums in Weiden steht, wird seines Sohnes Hans Frederik gedacht.

Obwohl allein im Ersten Weltkrieg 31 junge Männer (Helden!?) aus Etzenricht  ums Leben gekommen waren,  sind jetzt auf dem großen Kriegerdenkmal in Etzenricht – außer ein paar markigen Sprüchen – überhaupt keine Namen von Kriegstoten der zwei Weltkriege zu lesen.

Die Aufschrift auf unserer Glocke lautet:

zeichen EINE zeichen FESTE zeichen BURG zeichen IST zeichen UNSERzeichen GOTT zeichen
1921 J.H. MEYER – NEW – YORK SEINEM SOHNE HANS FREDERIK
zeichen 1. FEBR. 1920 UND UNSEREN IM WELTKRIEG 1914 – 1918 GEFALLENEN HELDEN

1) Wölfinger, „Chronik des Bauerndorfes Etzenricht“, 1938, Seite 43
2) Aus einem Brief von John Henry Meyer an seinen „lieben Vetter Johann (Keck, Rothenstadt)“ vom 19.Februar 1915. Original im Besitz von Herrn Otto Strobel, Rothenstadt – Kopie im Archiv des Verf..
3) Klußmann Horst, Pfarrer, „Die Bartholomäuskirche zu Rothenstadt“, im Mai 1989
4) Wölfinger, „Chronik des Bauerndorfes Etzenricht“, 1938, Seite 120

 

 

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